Garteneröffnung im Elisabeth-Maas-Haus

Hier blühen Erinnerungen auf

Im Elisabeth-Maas-Haus wurde kürzlich der neu gestaltete Garten eröffnet

Im Elisabeth-Maas-Haus in Offenbach leben überwiegend Menschen mit Demenz. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, sich zeitlich oder räumlich zu orientieren. Umso wichtiger sind Dinge, die Halt geben und vertraut sind. Und natürlich Dinge, die Freude bereiten.

Im Frühjahr beteiligte sich das Elisabeth-Maas-Haus an der kreisweiten Vergissmeinnicht-Pflanzaktion. Die kleinen blauen Blumen sollen sinnbildlich dafür stehen, das Thema Demenz stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken und dadurch dazu beitragen, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. 

Nun ist ein weiterer Ort entstanden, der den Bewohnerinnen und Bewohnern unmittelbar zugutekommt: der neu gestaltete Garten.

„Der Garten ist für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ein Stück Lebensqualität. Hier können sie allein oder in Gemeinschaft die Natur erleben und Erinnerungen wachrufen. Besonders für Menschen mit Demenz sind solche Orte wichtig und wertvoll“, sagt Einrichtungsleiterin Slavica Kobas.

Wer an einem warmen Nachmittag durch die Anlage geht, sieht Bewohnerinnen und Bewohner auf den Bänken sitzen. Einige sind mit Angehörigen ins Gespräch vertieft, andere genießen einfach die Zeit im Freien. Blumen und Pflanzen rufen dabei Erinnerungen an frühere Jahre wach.

Wie viel solche Momente bedeuten können, zeigte sich auch bei der offiziellen Eröffnung des Gartens am 19. Juni. Die Band „Fräulein J. und die Tournedos“ spielte bekannte Lieder, viele Gäste sangen und tanzten mit. Eine Angehörige berichtete anschließend, dass ihr Onkel, der früher Akkordeon spielte, zahlreiche Melodien sofort wiedererkannte und begeistert mitsang. „Es ist einfach schön zu sehen, wie viel Lebensfreude er noch hat“, schrieb sie nach dem Fest.

Möglich wurde die Neugestaltung durch die Arbeit und die Zuwendungen zahlreicher Unterstützer*innen. Dazu gehören der Freundeskreis des Evangelischen Frauenvereins Offenbach, André Steigerwald, der die Benefizaktion „Schlemmen für den guten Zweck“ initiierte, die Albert und Barbara von Metzler-Stiftung und die benachbarten Vantage Data Centers. Auch eine Nachlassspende der ehemaligen Bewohnerin Elfriede Jung trug zum neuen Garten bei. Zu ihrem Gedenken wird bald ein Brunnen die Anlage zieren.