Jubiläums-Festschrift

Bei den Menschen

Die Festschrift zum 175. Jubiläum

Pünktlich zum 175. Geburtstag der Inneren Mission Frankfurt im November 2025 ist die Jubiläums-Festschrift „Bei den Menschen“ erschienen. Die Publikation zeichnet 175 Jahre engagierte soziale Arbeit nach und macht eindrucksvoll deutlich, wie eng die Geschichte der Inneren Mission mit der Sozial-, Kirchen- und Stadtgeschichte Frankfurts verwoben ist.

Die Festschrift beginnt mit Grußworten von Prof. Dr. Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen sowie Wilfried Knapp, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Inneren Mission Frankfurt. Sie würdigen die historische Bedeutung und die aktuelle Rolle der Inneren Mission Frankfurt als prägende soziale Kraft in der Mainmetropole und darüber hinaus.

Verfasst wurde die Festschrift von der Redakteurin Anne Lemhöfer und dem Historiker Dr. phil. Fritz Koch. Dafür haben sie sich intensiv mit Archivalien, Chroniken und zeitgenössischen Berichten auseinandergesetzt, darunter frühere Jubiläumsschriften, Jahresberichte, vereinseigene Dokumente sowie Quellen aus dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt, dem Evangelischen Regionalverband sowie dem Hessischen Staatsarchiv.

„Mir war es wichtig, möglichst chronologisch an das Werk heran zu gehen. Dabei habe ich versucht, die Vereinsgeschichte und die Stadtgeschichte, aber auch die besondere Frankfurter Kirchengeschichte miteinander zu verzahnen und aufeinander zu beziehen“, erläutert Dr. Fritz Koch. 

Für Anne Lemhöfer war die Arbeit zugleich eine sehr persönliche Zeitreise: „In der Geschichte der Inneren Mission Frankfurts spiegelt sich die ganze Historie der Stadt, sowohl die der einfachen Menschen, als auch die des Bürgertums und der Stifter*innen. Auf der einen Seite gab es das Leben der Armen in der Enge der Vorkriegs-Altstadt, gerade am Ende des 19. Jahrhunderts. Und dann natürlich das traditionsreiche Bürgertum der einstigen freien Reichsstadt, das sich großzügig mit Spenden zeigte. Bilder in den Köpfen der Leserinnen und Leser lebendig werden zu lassen, war das Ziel dieser besonderen Darstellung von Geschichte.“

Ein Merkmal der Festschrift ist ihre umfangreiche Bebilderung: Fotografien aus allen 175 Jahren, Porträts prägender Persönlichkeiten, historische Briefe sowie weitere Zeitzeugnisse machen die Geschichte der Inneren Mission anschaulich und lebendig.

Inhaltlich spannt die Festschrift einen weiten Bogen: von der Jugendpflege und diakonischen Unterstützung für unterdrückte und von Armut betroffene Mitmenschen im 19. Jahrhundert über die sozialen Herausforderungen der Nachkriegszeit bis hin zu aktuellen Arbeitsfeldern. Besonders eindrücklich schildert sie auch die Pionierarbeit der Inneren Mission Frankfurt in den 1980er- und 1990er-Jahren, etwa in der Drogen- und Prostituiertenhilfe. „Ich war bei der Recherche beeindruckt von der Hellsichtigkeit und der Konsequenz der handelnden Personen“, so Anne Lemhöfer. „Da wurde mit so viel Menschlichkeit und gegen Vorbehalte und Vorurteile des gesellschaftlichen Umfelds pragmatisch und zunächst ganz unbürokratisch gehandelt, obwohl es noch kaum Erfahrungen gab, auf die man zurückgreifen konnte.“

Im Vorwort der Festschrift ist zu lesen, dass die Geschichte der Inneren Mission Frankfurt exemplarisch für 175 Jahre kirchliches und bürgerschaftliches Engagement steht. Ihre Geburtsstunde markiert den Beginn der größten diakonischen Bewegung innerhalb der Evangelischen Kirche und zugleich einen Meilenstein der Zivilgesellschaft im 19. Jahrhundert. „Die Situation der Ärmsten ist immer ein guter Seismograph dafür, wie es um eine Gesellschaft steht“, heißt es im Vorwort. „Ohne Menschen, die sich um Schwache und Hilfsbedürftige kümmern, könnte von Zivilisation keine Rede sein.“

Über alle Jahrzehnte hinweg zieht sich ein Grundgedanke durch das Buch: bei den Menschen zu sein. „Mich beeindruckt, wie sich Menschen durch die 175 Jahre hindurch immer wieder mit gutem Willen, Tatkraft und Entschlossenheit für andere einsetzten und bis heute ihrer sozialen Verantwortung aus christlicher Überzeugung verpflichtet sind“, betont Dr. Fritz Koch. Anne Lemhöfer ergänzt: „Tatkräftige Hilfe braucht sowohl Empathie als auch einen gewissen Pragmatismus. Es reicht nicht, ungerechte soziale Verhältnisse anzuprangern und zu predigen. Selbst hingehen und am Hauptbahnhof Decken verteilen, Suppe zu kochen für Hungrige oder eine konkrete Perspektive für Suchtkranke zu entwickeln, darauf kommt es an.“

Mit der Festschrift möchte die Innere Mission Frankfurt nicht nur zurückblicken, sondern auch ihre Bedeutung für die Gegenwart sichtbar machen. „Die Festschrift, aber auch das Jubiläumsjahr mit seinem vielfältigen Programm sollte und könnte der Inneren Mission und deren Verantwortlichen wieder mehr Aufmerksamkeit in der Stadtgesellschaft schenken“, sagt Dr. Fritz Koch. 

Empfohlen wird die Lektüre allen, die sich für Frankfurt und seine Geschichte interessieren, ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Inneren Mission. „Sie dürfen stolz sein, welches historische Erbe hinter ihrer täglichen Arbeit steht – und welche revolutionären Ideen“, so Anne Lemhöfer.

Das gesamte Interview mit Dr. Fritz Koch und Anne Lemhöfer können Sie im aktuellen Jahresbericht mitMenschen 2024 / 25 nachlesen (Seite 16 ff.).

Die Jubiläums-Festschrift Bei den Menschen – 175 Jahre Evangelischer Verein für Innere Mission Frankfurt am Main ist ab sofort erhältlich. Sie können sie mit einer E-Mail an info@innere-mission-ffm.de bestellen. Geben Sie in der E-Mail bitte Ihre Postanschrift an. 

Wir freuen uns über Ihre Dankeschön-Spende an: 
Evangelischer Verein fuer Innere Mission 
Evangelische Bank 
IBAN: DE35 5206 0410 0104 1216 00 
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Festschrift