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45 Jahre Stiftung Waldmühle: Ein Jubiläum und ein neuer Anfang
Die Stiftung Waldmühle hat im September 2026 ihr 45-jähriges Bestehen gefeiert. Beim Sommerfest im Therapiezentrum Waldmühle kamen Mitarbeitende, Patient*innen und Klient*innen, Kooperationspartner sowie viele weitere Wegbegleiter zusammen. Gefeiert wurde dabei nicht nur die Geschichte der Stiftung. Mit der Zusammenführung der bisherigen Rechtsträger in der neuen Innere Mission Sucht- und Wohnungslosenhilfe gGmbH beginnt zugleich ein neues Kapitel.
Als die Stiftung Waldmühle Anfang der 1980er Jahre ihre Arbeit aufnahm, war die Suchthilfe in Deutschland noch längst nicht so ausgebaut wie heute. Für Menschen, die von illegalen Drogen abhängig waren, gab es nur wenige geeignete Angebote. Das Therapiezentrum Waldmühle gehörte zu den Einrichtungen, die damals neue Wege gingen und eine fachgerechte medizinische und therapeutische Hilfe anboten. Bald entstand die Idee einer Wohn- und Lebensgemeinschaft. Seitdem gehören Häuser für betreutes Wohnen, in denen Menschen nach der Therapie leben und ihren Alltag gestalten können, fest zum Angebot der Stiftung Waldmühle.
In den 1980er Jahren stellte HIV/AIDS die Suchthilfe vor eine weitere, damals neue Herausforderung. HIV-positive Menschen und ihre Angehörigen mussten mit einer Krankheit umgehen, über die noch wenig bekannt war und die oft zu Unsicherheit und Ausgrenzung führte. Auch für diese Menschen entwickelte die Stiftung Waldmühle Formen der Unterstützung, ohne auf bestehende Erfahrungen und Angebote zurückgreifen zu können.
„Nicht jede Veränderung war einfach. Aber die Bereitschaft, sich mit den Veränderungen auseinanderzusetzen und neue Wege zu suchen, hat die Stiftung Waldmühle geprägt“, sagte Kerstin Weinhold, Geschäftsführerin der Stiftung Waldmühle, in ihrer Begrüßungsrede auf dem Sommerfest.
Aus den Anfängen der 1980er Jahre entstand über die Jahrzehnte ein breites Spektrum an Projekten und Angeboten. 2014 wurde das Haus Burgwald in Mühltal Teil der Arbeit, 2020 folgte das Howard-Philipps-Haus in Frankfurt mit seinem Schwerpunkt in der Wohnungslosenhilfe.
Mit dem Jubiläum wurde zugleich ein weiterer Schritt vollzogen: Die Stiftung Waldmühle, die Haus Burgwald gGmbH und die Howard-Philipps-Haus gGmbH sind in der neuen Innere Mission Sucht- und Wohnungslosenhilfe gGmbH zusammengeführt worden. Damit werden Arbeitsfelder unter einem gemeinsamen Dach gebündelt, die bereits seit vielen Jahren eng miteinander kooperieren.
Für Holger Hothum, Vorstand der Inneren Mission Frankfurt, bietet die neue Gesellschaft die Chance, die Erfahrungen und Kompetenzen der drei Träger künftig noch stärker zusammenzuführen. Zugleich gehe es darum, offen für neue Entwicklungen in der Suchthilfe und der Wohnungslosenhilfe zu bleiben.
Zum Jubiläum gratulierte auch Niels Starke, Bürgermeister von Mühltal. Er würdigte die Arbeit der Stiftung Waldmühle und ihre Bedeutung für das regionale soziale Netzwerk. Gerade die Verbindung von professioneller Unterstützung und persönlicher Zuwendung sei wichtig, wenn Menschen in schwierigen Lebenssituationen wieder Perspektiven entwickeln sollen.
Beim Sommerfest selbst wurde deutlich, dass hinter 45 Jahren Stiftung Waldmühle vor allem Menschen stehen. Ehemalige und aktuelle Mitarbeitende trafen Menschen, die Angebote der Einrichtungen nutzen oder genutzt haben, sowie langjährige Kooperationspartner. Eine Band aus der Region sorgte für Musik, dazu gab es Essen und vor allem Zeit für Gespräche und Begegnungen.
45 Jahre Stiftung Waldmühle stehen für eine Arbeit, die sich immer wieder verändert hat, ohne ihren Kern aus dem Blick zu verlieren. Was Anfang der 1980er Jahre mit einem damals noch ungewöhnlichen Angebot für Menschen mit Drogenabhängigkeit begann und sich auch der Unterstützung HIV-positiver Menschen widmete, wird unter dem Dach der Innere Mission Sucht- und Wohnungslosenhilfe gGmbH fortgesetzt. Das Jubiläum markiert damit nicht das Ende einer Entwicklung, sondern den Beginn eines neuen Kapitels.
