Einzigartiges Tarifwerk für die Altenhilfe

Die Innere Mission Frankfurt führt ab 01.04.2022 ein mit Ver.di ausgehandeltes, branchenorientiertes Tarifwerk ein.

Die Kernpunkte des neuen Tarifwerkes sind:

  • Pflegefachkraft zwischen 3.300 und 3.465 Euro
  • 39 Stunden/Woche
  • Attraktive Zulagen und Zuschläge
  • Verlässliche Dienstpläne …

und vieles mehr:

  • Der Großteil der Mitarbeitenden verdient künftig mehr, keiner wird schlechter gestellt
  • Erhöhung der Zeitzuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit
  • Feste Jahressonderzahlungen von 1.753,- € (2022) und 1.806,- € (2023)
  • Zum 1. April 2023: Tabellenerhöhung um 3,03 Prozent

Knapp zwei Jahre lang verhandelte der Dienstgeberverband Diakonische Altenhilfe Hessen (DV.DAH), dem die Innere Mission auch angehört, und die Gewerkschaft Ver.di miteinander. Jetzt ist das gemeinsame Tarifwerk beschlossene Sache; es tritt zum 1. April 2022 in Kraft. Die Vorteile des neuen Tarifwerks wirken sich bei den Beschäftigten deutlich im Portmonee und bei der Arbeitszeit aus; bei den Dienstgebern in einer höheren Attraktivität bei Berufs – und Quereinsteigern sowie mehr Verlässlichkeit und Flexibilität in der Dienstplangestaltung.

Der Dienstgeberverband Diakonische Altenhilfe Hessen und die Gewerkschaft Ver.di haben sich damit auf ein Tarifwerk geeinigt, das erstmalig branchengerecht und gleichzeitig kirchengemäß ist, außerdem schlank, flexibel und attraktiv / mehr Geld insbesondere für Azubis und Einsteiger bei einer geringeren Wochenarbeitszeit.

„Wir sind mächtig stolz darauf, das innovative Tarifwerk mit ausgehandelt zu haben,“ sagt Holger Hothum, der kaufmännische Vorstand der Inneren Mission, „es ist speziell für die Anforderungen der Pflege gedacht und bietet ein attraktives Einstiegsgehalt.“ Holger Hothum war Mitglied der Verhandlungskommission und wurde hierbei unterstützt von Markus Förner, Geschäftsführer des Hufeland-Hauses, sowie Markus Kneisel, dem Leiter der Personalabteilung der Inneren Mission.

Was die Sozialpartner Besonderes erreicht haben, wird auch bei der künftigen Dienstplangestaltung, Stichwort „verlässliche Arbeitszeiten“, deutlich. In der Branche herrscht bekanntlich ein hoher Personalbedarf, sodass sich in einem Kreislauf dünne Personaldecken, hoher Leistungsdruck und Krankenstand bedingen. Deshalb wurde im neuen Tarifwerk nicht nur die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde gesenkt, sondern die Beschäftigten haben auch Anspruch auf ein freies, zusammenhängendes Wochenende in jeder zweiten Woche.

Zum Hintergrund: In der Diakonischen Altenhilfe Hessen, zu der auch die Innere Mission Frankfurt gehört, gelten die Arbeitsvertragsrichtlinien der zwei ehemals getrennten Landesverbände der Diakonie der Landeskirchen von Kurhessen-Waldeck und Hessen-Nassau. Bei den DV.DAH-Mitgliedern findet ab dem 1. April 2022 das neue Tarifwerk Anwendung. Bei den Tarifverhandlungen wurden die Einrichtungen des DV.DAH vom bundesweiten Unternehmerverband Soziale Dienste und Bildung unterstützt, dessen Fachgruppe der DV.DAH ist. „Mit dem nun beschlossenen Tarifwerk beschreiten alle gemeinsam den Weg einer neuen, zukunftsfähigen Sozialpartnerschaft“, erläutert Rechtsanwalt Peter Wieseler, Verhandlungsführer seitens des Unternehmerverbandes. Möglich ist das, weil Diakonie und beide Landeskirchen in den vergangenen Jahren die gesetzlichen Voraussetzungen für einen kirchengemäßen Tarifvertrag geschaffen haben.

Der DV.DAH wurde im Dezember 2018 von Trägern der Diakonischen Altenhilfe aus Hessen gegründet, die Einrichtungen in Nord- und Südhessen betreiben. Der DV.DAH ist von Diakonie und beiden Landeskirchen als kirchlicher Dienstgeberverband anerkannt und beschreitet mit dem mit Ver.di beschlossenen Tarifwerk eine neue, zukunftsfähige Sozialpartnerschaft.